DOKU // 37 Grad – Fast Fashion
Deutschland ist nach den USA der größte Abnehmer von Fast-Fashion Textilien aus Bangladesh. Sowohl Luxusmarken als auch Billiganbieter lassen dort produzieren – zu Dumpingpreisen.
Hungerlohn & Kinderarbeit
Arbeitskräfte sind in Bangladesh unglaublich billig – denn die Menschen haben keine Wahl. Etwa 70 Euro verdient eine Näherin im Monat. „Das reicht gerade zum Überleben“, sagen alle, mit denen „37 Grad“ vor Ort gesprochen hat. „Weil mindestens 200 Euro im Monat notwendig wären, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, verschulden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter trotz unzähliger Überstunden immer mehr“, erklärt die Frauenorganisation FEMNET in Bonn. Armut trotz Arbeit.
Die Kinder der Näherinnen haben kaum eine Chance auf ein besseres Leben. Geld für die Schule fehlt meist. Sobald ein Elternteil nicht mehr arbeiten kann, ist der Weg in bittere Armut vorgezeichnet. Die Kinder arbeiten dann bereits sehr früh oder betteln am Bahnhof. Ohne Aussicht auf etwas anderes. „Schon Kinder ab drei Jahren findet man hier am Bahnhof“, erklärt Rumi Mumtaz, der bei einer Nichtregierungsorganisation arbeitet. „Sie hätten so viel Potenzial, aber haben keine Chance. Im Gegenteil, sie sind hier jeder Willkür ausgeliefert.“
Rückkehr nach Bangladesch
2013 war Bangladesch und vor allem die Textilbranche Thema in den Medien. Damals stürzte die Fabrik Rana Plaza ein, über 1000 Menschen starben. Viele wurden verletzt, sie leben heute auf der Straße.
In dieser Zeit hat der Journalist und Filmemacher Manfred Karremann schon einmal in Bangladesch gedreht und das Mädchen Shimu getroffen. Im Gerbereiviertel der Hauptstadt Dhaka, das als eines der am meisten verschmutzten Gebiete der Welt galt. Alles dort war giftig – vom Wasser bis zur Luft. Das ist noch heute so. Zwar wurden die Gerbereien aus der Stadt hinaus verlagert, und eine Kläranlage wurde gebaut. Doch diese funktioniert bis heute nicht.
Fazit zur Reportage
Die Reportage zeigt eindrücklich die menschenrechtlichen und ökologischen Folgen der sogenannten Fast-Fashion-Industrie am Beispiel von Produktionsstandorten in Bangladesch: Die Löhne sind extrem niedrig (ca. 70 Euro/Monat) – zu wenig für ein menschenwürdiges Leben, obwohl die Arbeit oft Überstunden erfordert. Kinderarbeit und ein fehlender Ausweg aus dem Kreislauf von Armut und Umweltschäden sind Teil des Bildes.
Auch wird deutlich: Der günstige Preis für Kleidung in Europa hat seinen Preis – nicht beim Käufer hierzulande, sondern bei den Arbeiter*innen und der Umwelt dort. Es braucht dringend Änderungen – sowohl im globalen Produktions- und Konsumsystem als auch auf individueller und politischer Ebene.

Verantwortung übernehmen
Was kann die Konsequenz für uns sein? Artikel aus Bangladesh, Vietnam oder aus ganz Asien boykottieren? Das würde die Armut im Land nur noch verstärken, da ein Großteil der Bevölkerung von der Textilindustrie abhängig ist.
Wie kann die Situation in den Produktuionsländern verbessert werden?
Faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen
- Mindestlöhne, die dem Lebensunterhalt entsprechen
- Verbesserung der Arbeits- und Umweltbedingungen
- Verantwortung der Marken, die dort produzieren
Gesetzliche Regelgungen und internationale Standards
- Nationale Gesetzgebung stärken
- Regularien in den Konsumländern fordern
Marken- und Lieferkettenverantwortung
- Lieferketten transparent machen
- Nachweis der Produktionsstandards
Nachhaltiger Konsum in Industrieländern
- Weniger, dafür bewusster konsumieren, um Ressourcen zu schonen
- Bessere, langlebige Qualität – für Reparatur, Verleih, Second-Hand oder Upcycling
Die Produktion von Alma & Lovis
Bei Alma & Lovis steht nachhaltige Mode für Verantwortung – gegenüber Mensch, Natur und Qualität. Wir wählen unsere Produktionsstätten mit größter Sorgfalt aus und arbeiten ausschließlich mit Partnerbetrieben zusammen, die unsere Werte teilen. Dabei vergeben wir keine Unteraufträge, sondern pflegen einen direkten, persönlichen Kontakt zu allen Beteiligten.
Wir sind regelmäßig vor Ort, um die Arbeitsbedingungen zu prüfen, die Produktionsprozesse zu begleiten und im Austausch mit den Mitarbeiter:innen zu bleiben. So entstehen Kleidungsstücke, die mit Respekt gefertigt werden – fair, transparent und nachvollziehbar.
Unsere Materialien sind natürlich, hochwertig und frei von chemischen Zusatzstoffen oder schädlichen Behandlungen. Der gesamte Herstellungsprozess ist GOTS-zertifiziert, was höchste ökologische und soziale Standards garantiert – vom Anbau der Rohstoffe bis zum fertigen Kleidungsstück.
So können wir mit gutem Gewissen sagen: Unsere Kleidung ist nicht nur schön, sondern auch sicher – für die Menschen, die sie herstellen, und für die, die sie tragen.